Einen Neuanfang ermöglichen

Nach der unmittelbaren Nothilfe unterstützt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) die betroffenen Menschen dabei, möglichst bald zu einem Leben unter menschenwürdigen Umständen zurückzufinden. Neben dem Wiederaufbau ist auch die Katastrophenvorsorge wichtig.
Copyright: SRK, Lars Büchler
Verheerende Naturkatastrophen beeinträchtigen das Leben der betroffenen Bevölkerung während Monaten oder sogar Jahren. Damit das provisorische Obdach nicht zum Dauerzustand wird, ist es wichtig, mit dem Wiederaufbau möglichst rasch zu beginnen. Die begünstigten Familien beteiligen sich aktiv an der Planung und dem Bau von lokal angepassten Wohnhäusern. Daneben errichtet das SRK in Zusammenarbeit mit den lokalen Rotkreuz-Gesellschaften und den Behörden Spitäler, Gesundheitsposten und Schulen.
 
Lebensgrundlagen schaffen

Um die Ernährung längerfristig zu gewährleisten, liefert das SRK Saatgut, landwirtschaftliche Werkzeuge und Kleintiere. Es saniert Brunnen und repariert Trinkwassersysteme. Frauen und Jugendliche erwerben beispielsweise Computerkursen oder in Nähateliers Fähigkeiten, um später ein Einkommen zu erzielen. Kleinkredite für eine Hühnerzucht oder eine Autoreparatur-Werkstatt ermöglichen neue Erwerbsquellen. Traumatisierte Männer, Frauen und Kinder erhalten Betreuung oder organisieren sich mit Unterstützung des Roten Kreuzes in Selbsthilfegruppen.
 
Katastrophen vorbeugen

Angesichts der Zunahme von wetterbedingten Katastrophen verstärkt das Rote Kreuz seine Anstrengungen im Bereich der Prävention und Katastrophenvorsorge. In den Ländern, die regelmässig von Naturkatastrophen betroffen sind, unterstützt das SRK die lokale Rotkreuz-Gesellschaft bei der Ausbildung von Freiwilligen. Es werden Rettungsteams geschult und ausgerüstet, damit sie die Menschen alarmieren, Opfer bergen und evakuieren sowie erste Hilfe leisten können. Daneben legt das SRK Hilfsgütervorräte (Zelte, Wolldecken, Blutplasma, usw.) an und erstellt Evakuierungspläne. Rotkreuzfreiwillige klären gefährdete Menschen in ländlichen Gebieten über die Ursachen und die Prävention von Epidemien auf und beteiligen sich an Impfkampagnen.

Internationale Rotkreuzbewegung

In Regionen, die von einer Naturkatastrophe betroffen sind, koordiniert die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) gemeinsam mit der nationalen Gesellschaft und ihren Rotkreuzfreiwilligen die Wiederaufbauhilfe. In Kriegsgebieten arbeitet das SRK mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen.

Nach dem Tsunami

Das grösste Wiederaufbauprogramm in der Geschichte des SRK wurde nach dem Tsunami vom Dezember 2004 in Indien. Sri Lanka und Indonesien umgestetzt. Unterdessen ist es praktisch abgeschlossen. In allen Einsatzländern wurden Wohn- oder Schulhäuser für die lokale Bevölkerung gebaut sowie Gesundheitsposten und Kliniken erstellt und ausgerüstet. (weitere Informationen siehe rechts untere „Material“.)
Material
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Aktuelle Nothilfe

Ein Zentrum für Betagte an der Küste Japans
Ein gutes halbes Jahr nach dem schweren Erdbeben und Tsunami im Nordosten Japans legte das Rote Kreuz den Grundstein für den Umbau eines zerstörten Spitals in ein Alters- und Pflegeheim.